Dem Leben auf der Spur – ein Schreibprojekt der evangelischen Kirchengemeinde Haßfurt

 

Hinter uns liegt eine Zeit, wie wir sie bisher noch nicht erlebt haben. Die Corona-Pandemie hat eine weltweite Krise bewirkt und über Nacht wurde unser ganzes Leben auf den Kopf gestellt.

Das, was bisher als unmöglich galt, wurde Wirklichkeit: Läden hatten über Wochen geschlossen, das öffentliche Leben ist zum Erliegen gekommen und sogar Passions- und Ostergottesdienste wurden abgesagt.

Es gab und gibt viele Regelungen für den Alltag und viele fragen sich, wann denn endlich wieder alles „normal“ oder wie „vorher“ wird? Andere betonen: So wie vorher wird es nie mehr!

Was das Coronavirus langfristig bedeutet, ist momentan noch nicht absehbar. Es hat sich etwas verändert und es wird sich vermutlich auch weiterhin noch manches verändern.

Mein Eindruck ist, dass man noch lange vom „Corona-Jahr 2020“ sprechen wird, da es einen tiefen Eindruck hinterlassen wird!

 

Eine Krise verändert nicht nur unser Handeln, sondern auch unsere Gefühle. Sie haben in den letzten Wochen neue Erfahrungen gesammelt und haben es geschafft, mit der veränderten Situation umzugehen. Vielleicht haben Sie auch Dinge erlebt, die Sie gefreut oder überrascht haben? Vielleicht sehen Sie inzwischen manches in einem anderen Licht als vorher?

 

Ich würde gerne Ihre Erfahrungen sammeln. Es soll eine Art „Zeitbericht“ entstehen, der im Archiv des Pfarramts aufbewahrt wird. Es soll dabei nicht um statistische Zahlen gehen und nicht um andere Daten und Fakten, sondern um Ihre persönlichen Erlebnisse und eigenen Gedanken. D.h. es geht nicht um ein richtig oder falsch, sondern um Ihre subjektive Wahrnehmung der Geschehnisse.

Solch ein Zeitbericht kann z.B. in 10 Jahren mit den Konfirmanden angeschaut werden oder ist vielleicht auch viel später einmal interessant für andere Generationen, wie wir als Kirchenmitglieder in Haßfurt auf diese Zeit blicken…

 

Der Titel dieses Schreibprojekts lautet: Dem Leben auf der Spur.

Denn es ging und geht in dieser „Coronakrise“ darum, Leben zu bewahren und zu schützen. Auf der anderen Seite möchte aber jeder und jede auch Lebensfreude genießen und macht sich Gedanken darüber, was unser Leben eigentlich ausmacht.

Ihre Erfahrungen und Gedanken würde ich gerne in einem Schreibprojekt bündeln. Jeder und jede kann mitmachen, denn jeder und jede hat etwas zu erzählen. Niemand braucht dafür ein professioneller Schriftsteller zu sein!

Sie können entweder Ihre Gedanken mit der Hand aufschreiben oder auch am Computer – was Ihnen lieber ist.. Manche bringen ihre Worte in kurzen Gedichten auf den Punkt. Es ist aber auch möglich, etwas zu zeichnen oder zu malen. Ihrer und eurer Fantasie ist keine Grenze gesetzt… Sie können mit der Hand schreiben Das Papier kann weiß oder bunt sein. Es kann auch eine Collage geklebt werden.

Das Alter spielt keine Rolle. Kinder und Erwachsene, alt und jung können Beiträge verfassen. Kinder haben diese Zeit sicherlich anders erlebt als Erwachsene, aber auch ihre Sichtweise ist spannend!

 

Wichtig wäre es, wenn wir die Papiergröße DinA4 verwenden, damit die Aufzeichnungen gut gemeinsam aufbewahrt werden können. Bitte ein Blatt auch nur einseitig beschriften und nicht doppelseitig.

 

Beiträge können mit Namen versehen werden oder auch anonym bleiben – eine Altersangabe wäre jedoch schön!

Vielleicht werden die Beiträge auch einmal in einer kleinen Ausstellung im Gemeindehaus zu sehen sein.

 

 

Folgende Fragen könnten ein Denkanstoß sein:

·         Was habe ich in dieser Zeit erlebt?

·         Was ist das Lebenswerte am Leben?

·         Was habe ich besonders vermisst? Auf was habe ich gelernt zu verzichten?

·         Was ist mir neu bewusst geworden? Ist etwas in mir gestärkt worden?

·         Was soll wieder so werden wie vorher? Was soll aber anders weitergehen als vorher?

·         Was habe ich neu dazugelernt und möchte es auch in der nachfolgenden Zeit bewahren?

·         Darüber denke ich nach…

·         Dafür bete ich…

 

Beiträge bitte im Pfarramt abgeben oder direkt bei Pfarrerin Sabine Hopperdietzel.

 

 

Ich hoffe, es finden sich Interessierte, die mitmachen, damit diese Zeit nicht nur als Wochen in Erinnerung bleibt, in der wir mit Schrecken die Nachrichten von Kranken und Toten in den Medien verfolgt haben und in der Schulen und viele Läden geschlossen waren. Diese Zeit ist auch eine Zeit, in der wir dazugelernt und viele neue Erfahrungen gesammelt haben.

 

Mit vielen Grüßen und guten Wünschen für kreative Ideen!

Ihre

Pfarrerin Sabine Hopperdietzel